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Schatzregal -

Argumente gegen ein Schatzregal

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Die Argumente gegen ein Schatzregal stehen z.T. in engem Zusammenhang mit der Argumentation für Schatzregalien.

Das nach Meinung des Verfassers gewichtigste Argument gegen Schatzregalien ist, dass gewährleistet werden muss, dass archäologische Kulturgüter in ihre jeweiligen Herkunftsländer gehören. Für Artefakte, die Ausdruck der Kultur der Völker und Stämme sind, die im heute deutschen Siedlungsraum gelebt haben, heisst das, dass diese Fundstücke auch in Deutschland verbleiben müssen. Das wird gerne angeführt als ein Argument gegen die nicht-staatliche Suche bzw. Grabung.

Tatsächlich ist es ein Argument gegen Schatzregalien: Wenn archäologische Funde durch Privatpersonen diesen nur erhalten bleiben, wenn sie die Funde am Gesetzgeber vorbei und heimlich bergen und verwahren, dann ist doch der einzige (aus der Sicht der Finder) auf Dauer erfolgreiche Weg, die Funde ins Ausland zu bringen (sofern die Fundverschleppung innerhalb Deutschlands nicht ausreicht, was bei wirklich spektakulären Funden nicht der Fall sein kann, wie man an der - letztlich erfolglosen - Verbringung der Nebra-Scheibe innerhalb von 24 Stunden nach NRW gesehen hat).

Es gibt jede Menge Länder, die in dieser Beziehung keinerlei Verträge mit Deutschland haben (dann hätte Deutschland nämlich eine Menge Funde zurückzugeben . . ) und wenn die Funde erst einmal in diesen Ländern sind, können sie sogar ganz gefahrlos gezeigt werden.

Es kommt hinzu - und das kann man als eigenes, weiteres Argument gegen Schatzregalien werten - dass die Funde dann tatsächlich vom deutschen Staat zurückgekauft werden müssten - von Privatleuten, die in Übersee sitzen und dann richtig Geld verlangen.

Genauso sieht es mit der enorm wichtigen Forderung aus, dass die Fundstücke nicht aus ihrem Fundzusammenhang gerissen werden dürfen. Genau aus diesem Grunde darf es kein Schatzregal geben! Wenn Hobby-Archäologen, Schatzsucher, Sondler und wer auch immer sich an der Suche nach kulturhistorisch bedeutsamen Gegenständen beteiligt, ihre Funde in Ruhe und sozusagen öffentlich bergen dürfen, wenn sie die Unterstützung der Wissenschaft erhalten, ohne Angst haben zu müssen, dass man ihnen den Schatz und/ oder die wissenschaftliche Anerkennung wegnimmt, dann werden die Stücke auch nicht mehr aus dem Fundzusammenhang gerissen!

Heute werden sie deshalb unsachgemäss geborgen, weil sie heimlich und in kurzer Zeit und eventuell bei Nacht nicht geborgen, sondern ausgebuddelt werden. Spaten, Hacke, Sack und nix wie weg statt Pinsel, Spachtel und sorgfältig abtransportieren, vielleicht sogar im Rahmen einer Blockbergung.

Ein Staat, der das verhindern wollte, müsste wahrscheinlich Tausende von Beamten durch Deutschlands Wälder kriechen lassen - Tag für Tag und Nacht für Nacht - um die mehrere Zehntausend Schatzsucher zu kontrollieren. Strafen für die sog. Raubgräber, Kriminalisierung von begeisterten Hobby-Archäologen - das kann man machen, aber es wird nichts bringen. Jeden Tag werden in Deutschland Tausende von Menschen straffällig oder begehen Ordnungswidrigkeiten. Viele Banker und Wirtschaftsbosse lügen und betrügen, was das Zeug hält, obwohl sie wissen, dass sie Unrecht tun - mancher von denen sitzt sogar im Gefängnis.

Richtiger ist es, die Hobbyarchäologen und Schatzsucher in die Arbeit einzubeziehen. Sie sind doch sowieso diejenigen, die den überwiegenden Tail der Funde entdecken. Die Landesbehörden brauchen diese Menschen sogar, um wenigstens einen kleinen Teil der vergrabenen Kulturgüter zu finden und zu erhalten, bevor Bagger und Pflug sie zerstören. Jede(r) der oder die hilft, ist viel wert und auf jeden Fall den Wert der Funde, die sie entdecken.

Ein weiteres Argument hängt damit eng zusammen, nämlich das der wissenschaftlichen Anerkennung. Es geht doch gar nicht immer um materiellen Gewinn, es geht vielen dieser Menschen um Freude an ihrem Hobby und vielen geht es um wissenschaftliche oder öffentliche Anerkennung. Was soll daran auch schlecht sein? Gebt also diesen unglaublich wertvollen Helfern der archäologischen Forschung diese Anerkennung, statt sie zu kriminalisieren. Die meisten haben diese Anerkennung verdient!

Die weiteren einzelnen Themenkomplexe:

Wie ist die rechtliche Lage in den einzelnen Bundesländern?

Argumente für ein Schatzregal

Argumente gegen ein Schatzregal

Wie ist die Situation in anderen Ländern?

Wie könnte eine vernünftige Regelung aussehen?

Sie dürfen damit rechnen, dass dieser Beitrag noch im Dezember 2012 vervollständigt wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis

Anmerkung: Der Plural von "Schatzregal" heisst eigentlich "Schatzregalien"; es gibt umgangssprachlich auch den Plural "Schatzregale"

Die Angaben auf dieser WebSite sind sorgföltig recherchiert worden. Eine Gewähr für ihre Richtigkeit kann allerdings trotzdem nicht übernommen werden. Sollten versehentlich falsche Behauptungen aufgenommen worden sein, ist es nicht nötig, den Verfasser juristisch abzumahnen, sondern es reicht dann ein Hinweis auf den unrichtigen Sachverhalt und der entsprechende Sachverhalt wird korrigiert.

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