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Schatzregal -

Argumente für ein Schatzregal

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Zwischen den Wissenschaftler und in der interessierten bzw. beteiligten Öffentlichkeit werden die Notwendigkeiten bzw. die schädlichen Auswirkungen der Schatzregalien kontrovers diskutiert.

Dabei fällt auf, dass sich insbesondere die "obersten Denkmalschützer" der jeweiligen Bundesländer besonders stark machen für die Einführung bzw. Fortsetzung von Schatzregalien.

Sie bringen z.T. ganz offen das finanzielle Argument: Wenn gefundene Schätze dem § 984 BGB entsprechend dem Finder bzw. Grundstückseigentümer gehören (Präziser: "dem Eigentümer der Sache, in welcher der Schatz verborgen war", aber in der Praxis handelt es sich um Grundeigentümer), sind die Landesbehörden gezwungen, eine Entschädigung für die Gegenstände zu zahlen bzw. sie zu kaufen - oder evtl. auf die Erforschung und zur Schaustellung zu verzichten. Gerade das letztere aber - die Zurschau-Stellung - wäre mit noch viel höheren finanziellen Ausfällen verbunden, denn spektakuläre Schatzfunde lassen sich sehr profitabel vermarkten.

Ein weiteres Argument ist, dass derartige Kunstschätze nicht in Privathand gehören, sondern unbedingt der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden müssten. Das ist völlig richtig! Genau das ist das wichtigste Argument gegen ein Schatzregal: Der Verfasser tritt deshalb für eine gesetzliche Regelung ein, nach der derartige Funde dem Land (in Form seiner archäologischen Forschungseinrichtungen bzw. Museen) angeboten werden müssen, allerdings gegen Entschädigung. In einem solchen Gesetz ist dann auch festzulegen, dass die Schätze innerhalb eines realistisch bemessenen Zeitraums - vielleicht ein bis zwei Jahre - tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen. Das ist nämlich bisher keineswegs so selbstverständlich:

In den Fundus der deutschen Museen lagern Hunderttausende von Artefakten, die dort der Öffentlichkeit genauso vorenthalten werden, als wenn sie im Tresor eines japanischen Sammlers verschwunden wären. Viele von ihnen scheinen nicht mal katalogisiert zu sein.

Gelegentlich werden sie dann gefunden, wenn es einem auswärtigen Archäologen gelungen sein sollte (es kommt sehr selten vor, dass eine solche Genehmigung erteilt wird) Einlass in die Heiligen Hallen des museumseigenen Schatzkellers zu erlangen, weil er dort mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein wichtiges Fundstück vermutet. Eine solche Gelegenheit gab es z.B. 1991 im Zusammenhang mit der Erforschung des Untergangs der "Gottfried" - wir werden darüber zu gegebener Zeit im einzelnen berichten.

Falls Sie hier nun als nächstes Argument für ein Schatzregal erwarten, dass die Schätze nicht durch unsachgemässe Grabungen aus dem Fundzusammenhang gerissen werden dürfen, möchte der Verfasser Sie auf die Seite mit den Argumenten gegen ein Schatzregal verweisen, denn da gehört es hin.

Das 3. und vielleicht wichtigste Argument bleibt ungenannt:
Es drängt sich im übrigen der Verdacht auf, dass es einigen Beteiligten um etwas ganz anderes geht, als um Wissenschaft und noch nicht mal um so etwas Banales, wie Geld. Es scheint vor allem um wissenschaftlichen Ruhm und die damit verbundene Publizität zu gehen. Das ist eigentlich durchaus verständlich - auch den Hobbyarchäologen geht es in vielen Fällen um wissenschaftliche Anerkennung.

Schlimm wird es nur dort, wo die wissenschaftliche Anerkennung nicht verdient, sondern sozusagen erschlichen wird:

Jemand findet einen archäologischen Schatz, sei es tatsächlich durch Zufall (z.B. sind beim Pflügen von Äckern interessante Schätze zum Vorschein gekommen) oder durch die gezielte Suche von Hobby-Archäologen oder auch durch Sondengänger. Ohne Schatzregal würde dieser Schatz nicht nur hälftig dem Finder gehören, sondern er hätte natürlich auch Anspruch auf die öffentliche Anerkennung seiner Leistung.

Mit Hilfe des Schatzregals ist dieser Entdecker des Schatzes völlig raus aus der Sache. Im äussersten Fall würde es heissen, dass "beim Pflügen", "zufällig" oder "durch Spaziergänger" ein Schatz entdeckt worden sei. Aber die zentrale Aussage wäre immer: Unter Leitung von Dr. xyz (tragen Sie hier bitte den Namen des obersten Landesarchäologen Ihres Bundeslandes ein) konnte ein Schatz geborgen werden. Auch die untergeordneten Archäologen, die tatsächlich mit der Bergung des Schatzes beschäftigt waren, werden i.d.R. nicht weiter erwähnt. Nur der Leitende Mitarbeiter der Landesbehörde.

Sollte das vielleicht der Grund sein, warum diese Leute so unisono für Schatzregalien eintreten? Wollen einige Archäologen sich auf diese Art und Weise die exklusiven Grabungsrechte sichern?

Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Die weiteren einzelnen Themenkomplexe:

Wie ist die rechtliche Lage in den einzelnen Bundesländern?

Argumente für ein Schatzregal

Argumente gegen ein Schatzregal

Wie ist die Situation in anderen Ländern?

Wie könnte eine vernünftige Regelung aussehen?

Sie dürfen damit rechnen, dass dieser Beitrag noch im Dezember 2012 vervollständigt wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis

Anmerkung: Der Plural von "Schatzregal" heisst eigentlich "Schatzregalien"; es gibt umgangssprachlich auch den Plural "Schatzregale"

Die Angaben auf dieser WebSite sind sorgföltig recherchiert worden. Eine Gewähr für ihre Richtigkeit kann allerdings trotzdem nicht übernommen werden. Sollten versehentlich falsche Behauptungen aufgenommen worden sein, ist es nicht nötig, den Verfasser juristisch abzumahnen, sondern es reicht dann ein Hinweis auf den unrichtigen Sachverhalt und der entsprechende Sachverhalt wird korrigiert.

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